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Vogelpark im Frühherbst 2011
Das Grün der Bäume wird stumpf, die Blumen im Alpengarten sind am Verblühen, frühmorgens riecht es nach Herbst.
Von der Sonne beschienen, leuchten die Matten in fast unwirklichen Grüntönen. Endlich ist der vierbeinige Räuber, vermutlich ein Hermelinchen, nicht mehr aufgetaucht. Hans Baumanns Versuche, das schlaue Tier mit einer Falle zu fangen, sind alle fehlgeschlagen. Der Köder war jeweils am Morgen weg, die Falle blieb leer. Die Volieren wurden wieder neu bepflanzt mit Tännchen und Tannen, mit Steinen und Strünken. Ein grosser Dank gehört den freiwilligen Helfern.
Unsere Vögel fühlen sich wohl, sie sind gesund und munter. Unser Futterkässeli hat einen neuen Freund. Felix Höfner, stellt mit seinen Händen hochwertigen, faszinierenden Schmuck aus Federn her. Auch aus Federn und Daunen von unseren Uhus. Seinen Kunden gibt er Infos von wo das Material kommt mit dem Zusatz, dass es ein Futterkässeli gibt. Grosszügig spenden diese gerne . Eine tolle Sache!
Langsam bereiten wir uns auf den kommenden Winter vor und suchen deshalb einen freiwilligen Mitarbeiter, der beim Schneeräumen behilflich sein kann.
Fühlen Sie sich angesprochen? Gerne gibt Hans Baumann, Präsident Auskunft. Tel:
033 853 29 68 |
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April/Mai 2011 im Vogelpark
Der Bergfrühling ist da, die Wiesen werden bunt, die Vergissmeinnicht leuchten als blaue Punkte in der gelb-weiss-grünen Matte. Es ist ein Erlebnis die Natur so frisch und leuchtend zu sehen.
Unsere Vögel sind fleissig am nisten und sie legen Eier ins Hulli, ein Zeichen dafür, dass sie sich wohl fühlen.
Für Hans Baumann ist diese fruchtbare Zeit auch eine traurige Zeit. Da wir keine Aufzucht betreiben dürfen, müssen die Gelege weggenommen werden.
Dieser tägliche Kontrollgang zu den Nistkästen ist für Hans ein schwerer Gang. Seine Worte: es tut weh ihnen ihre Kinder wegzunehmen.
Nistplätze brauchen die Tiere trotzdem, um ihren natürlichen Lebenszyklus zu leben.
Am Ostersonntag lag der Mäusebussard Neptun tot im Gehege.
Warum bleibt ein Rätsel. Da wir oft nicht wissen wie alt die Tiere sind, sind solche Funde traurig aber natürlich.
Der Wildhüter konnte am Neptun auch keine äusseren Verletzungen finden.
Im Mai bekommen alle Volieren neuen Sand und frische Tannen und Sträucher.
Eine anstrengende und schweisstreibende Arbeit, die alljährlich im Frühling getan werden muss.
Danke den treuen Helfern, die so fest mitarbeiten.
Der Vogelparkgarten sieht lustig aus mit den vielen Namenstäfelchen, der kommenden Blumen, die Hans Baumann eingesteckt hat.
Bald treffen sich die Gartenhelfer um die Wege aus zu jäten um den Besuchern ein angenehmes flanieren möglich zu machen.
Wer kann.... im kommenden Winter – 2 Tage – beim Schneeräumen helfen?
Gerne gibt H. Baumann Auskunft. Tel. 033 853 329 68 |
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Februar 2011 im Vogelpark
Der Winter meinte es gut mit uns. Frau Holle schickte ihre weisse Pracht genau zur richtigen Zeit und in der richtigen Menge. Die Volieren, die Tannen, die Umgebung wirkten mit den weissen Schneepolster rein und schön.
Die Schneeräumung gestaltete sich trotzden oft als schwierig und zeitraubend. Kiloweise Salz wurde gestreut, damit die Sicherheit der Besucher und der Helfer gewährleistet war.
Dank der unermüdlichen Hilfe von Hans Kipfer , Elsi und Hans Baumann ist der Vogelpark jeden Tag tiptop im Schuss und offen für die Gäste, die den kostenlosen Besuch schätzen.
Unsere Vögel ahnen den kommenden Frühling. Erste Balzversuche künden die wärmere Zeit an.
In der leergewordenen Voliere von „Oskar“ sind nun Uhus eingezogen. Sie fühlen sich wohl in der neuen Umgebung und sind ein Hingucker für die Besucher.
Der Vorstand ist vorbereitet und gerüstet für die Hauptversammlung am
Freitag, 25. März 2011,
Hotel Alte Post,
Grindelwald
um 20.00 Uhr
Wir freuen uns auf Ihren Besuch. |
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Januar 2011 im Vogelpark
Der Winter meint es gut mit der Schneemenge. Weiss und kaltglänzend liegt er da, eine Zauberlandschaft.
Hans Baumann legt die Wege täglich frei, um den Besuchern das Herumgehen angenehm zu machen.
Die Vögel sind wohlauf, mit aufgeplustertem Gefieder trotzen sie den rauen Wintertemperaturen.
Am Weihnachtstag hat Hans Baumann eine schlimme Entdeckung gemacht. In der achteckigen Voliere konnte ein Marder einbrechen und hat da mächtig geräubert. Die beiden Turmfalken wurden seine Opfer.
Vom Gartenbau Daniel Brawand (Hilti) haben wir eine Ladung Weihnachtstannen bekommen, frei Haus geliefert.
Sie verschönern die Vogelbehausungen und unsere Vögel geniessen das satte Grün.
Die vielen Rückmeldungen der Besucher motiviert unser Team auch im frischen Jahr den Alpenvogelpark zu umsorgen und zu betreuen. |
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Vogelpark im Oktober/November
Der Spätherbst ist da, der erste Schnee ist gefallen und - glücklicherweise wieder verschwunden.
Die letzten Gartenarbeiten sind getan und das viele Laub vom mächtigen Ahornbaum wurde vom Föhn netterweise in den Wald gefegt. Dafür sind wir dankbar.
In den Volieren sind alle wohlauf bis auf unsere Alpendohle. Sie ist am Montagmorgen 1.11.10 von Hans Baumann tot gefunden worden. Ob sie aus Altergründen oder aus “längizitti” nach ihrem Mitbewohner Oskar gestorben ist, wissen wir nicht.
Die nun leere Voliere wurde, für die Bedürfnisse der Eulen die in der Dependance wohnten, uhugerecht umgebaut. Sie sind eingezogen und fühlen sich da wohl.
Alles ist gut.
Nun hoffen wir auf einen gnädigen Winter und vielleicht auch auf einen Helfer für die Schneezeit.
Freiwillige Helfer oder Helferinnen sind sehr willkommen.
Hans Baumann Tel. 033 583 29 68 |
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Es wird eingewintert im Alpenvogelpark
Vor dem ersten Schnee stehen verschiedene Arbeiten in den Volieren und im Alpengarten an.
Nach über zehn Jahren sind erste Schäden im Holz der Volieren zu beheben. Mit dem gespendeten Material wurden die gefaulten Wände durch eine Fachfirma ersetzt.
Das kurzzeitige Zügeln der Vögel hat problemlos geklappt.
Neuer Sand wurde eingebracht, die Wasserhähne ersetzt und wieder frische “Grotzli” (Jungtannen) gepflanzt.
Am letzten Freitag im September war Gartentag angesagt. Mit fünf fleissigen Helfern haben wir gemäht, gerecht, geschnitten und aufgeräumt. Eine feine Suppe aus Elsis Küche hat uns allen gemundet.
Noch hoffen wir auf einen sonnigen warmen Herbst, viele Besucher und einige Wochen ohne Schnee. |
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Es herbstet im Vogelpark-Garten
Die bunte Blumenpracht ist vorbei, das Grün wird langsam stumpfer, es herbstet.
Unsere Vögel sind , bis auf den Auerhahn Oskar, wohlauf. Sie geniessen die neu gestalteten Volieren, verstecken sich hinter den gesetzten Tannen und untersuchen die “Mutten” auf Beeren .
Am Mittwoch, 1.September fand Hans Baumann unseren Auerhahn Oskar tot. Oskar hat seit Wochen gmuderet, ging lahm. Der Tierarzt hat ihn untersucht, gab ihm eine Spritze und Elsi B. hat ihn gesalbt und liebevoll umsorgt. Es ging ihm sichtlich besser bis am letzten Mittwoch. Da wir nicht genau wissen wie alt Oskar war, kann Altersschwäche als Todesursache möglich sein.
Hans K. hat alle Türen und Türrahmen gestrichen, im Gelände wurde gejätet, geschnitten und gepflegt.
Der Vogelpark ist gut im Schuss und wir freuen uns ob den zahlreichen Besuchern.
Am Freitag, 01.10.2010 ist Gartentag angesagt. Freiwillige Helfer helfen uns die Umgebung ins Winterbett zu legen. Es herbstet in Vogelpark-Garten |
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Der Bergfrühling im Alpenvogelpark
Die Vögel fühlen sich wohl bei den wärmeren Temperaturen, sie sind immer noch in Legestimmung, was uns Mitarbeiter besonders vorsichtig werden lässt.
Die Schneeeulenmänner sind fürsorglich zu ihren Damen und verteidigen ihr Revier in dem sie sich aufplustern und uns mit Schimpfen begrüssen.
Auch der Urhahn Oskar ist in Flirtstimmung. Er balzt am Gitter hin und her, zeigt seine aufgestellten Schwanzfedern und möchte gerne ein Urhahnweibchen.
Die Steinkauze sind hinterlistig. Bei Blickkontakt sind sie friedlich, bückt man sich, kommt das Alphatier angeflogen.
Hans Baumann kennt dieses Verhalten. Er spricht mit den Vögeln, er beruhigt sie sanft.
Der Alpengarten ist wunderschön. Die Pflanzen und Blumen werden laufend beschriftet und gut sichtbar gemacht. Ein Rundgang lohnt sich bestimmt.
Im Mai machte Hans Baumann einen traurigen Fund beim Vogelpark. Ein junger Steinadler lag tot im Gelände. Der Wildhüter brachte den Vogel nach Bern, wo die genaue Todesursache abgeklärt wird. |
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Der Frühling kommt...
Das spüren auch unsere Vögel im Alpenvogelpark. Die Uhus ganz besonders. Eine Uhudame hat die ersten Eier ins Gelege gelegt.
Da wir keine Jungvögel aufziehen dürfen hat Hans Baumann die Aufgabe die Nester sorgfältig zu überwachen und die Eier weg zu nehmen.
Für H. Baumann jeweils eine traurige Verpflichtung. ( Der normale Zyklus der Natur wird so unterbrochen was die „Mütter“ zu immer mehr Gelegen anregt.)
Uhus sind Wildtiere. Die Gelege werden vehement verteidigt. Das entfernen der Eier heikel......nicht für Hans B. Er hat ein so feines Gespür, dass er das brütende Tier aufheben, die Eier einsammeln kann ohne angegriffen zu werden. Eine grossartige Begabung. Das Resultat ist: die Uhufrau legt sofort ein neues Ei. (rk - 7.4.2010) |
Hauptversammlung 2010
Seine 10. Hauptversammlung hat der Vogelpark Grindelwald am vergangenen Freitag, 26.03.2010 in der Alten Post begangen.
Ein kleines Jubiläum, das im kleinen Rahmen gefeiert wurde.
Der Präsident Hans Baumann und Vizepräsidentin Rita Kisslig konnten die Traktanden zügig abarbeiten. Die Jahresrechnung wies eine leichte Verminderung des Vermögens aus.
H. Baumann berichtete viel Gutes aus dem vergangenen Jahr. Den gefiederten Freunden geht es ausgezeichnet, was sich im Frühling mit regem Eier legen bestätigte. Keine Krankheiten, keine Abgänge, keine besonderen Vorkommnisse überschatteten den Vogelpark, ausser dass das gastfreundliche Beizli geschlossen bleibt. Hans und Elsi Baumann entschlossen sich, Kräfte halber, dazu. Leider.
Im kommenden Jahr sind Reparaturen und Flickarbeiten an den Volieren geplant.
Viel Wohlwollen, helfende Hände, Spenden und geschenkte Dienstleistungen unterstützen den Erhalt und Betrieb des Alpenvogelparks, ein Ort der jederzeit kostenlos besucht werden kann.
Nach der ordentlichen Hauptversammlung wurden die Mitglieder mit einem bunten, feinen Dessertbuffet überrascht. (rk - 30.3.2010) |
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Dem Vogelpark ging es gut
7. HV des Ornithologisch-Botanischen Vereins
Grindelwald - Präsident Hans Baumann konnte 21 Mitglieder zur kürzlichen Hauptversammlung im Central Wolter begrüssen. In seinem ausführlichen Jahresbericht freute er sich über den gesunden Bestand seiner Pfleglinge, die sich wohlfühlen und fleissig Gelege in ihre Nester legen. So haben die Schneeeulen insgesamt 17 Eier gelegt, die er ihnen, mit schserem Herzen, wegnehmen musste. Leider sin dzwei Tiere aus Altersschwäche gestorben. Das Schneeräumen ist wieder ein Thema. Dank der Gemeinde, die grosszügigerweise die Strasse öffnet, bleibt das Räumen im Park eine schwere Arbeit, die Hans Baumann und Seine Frau Elsi mit grossem Einsatz leisten. Er hoffet für den nächsten Winter einen Helfer zu finden. Der Präsident verdankte die Mithilfe beim Unterhalt der Volieren und des Alpengartens, der unter der Leitung von Marianne Mutzner den Besuchern unsere reiche Vielfalt von Pflanzen und Blumen nahe bringt. Der «Tag der offenen Tür» vom Sonntag, 16. Juli, war ein Erfolg. Dank den Jungmusikern von «Munggalarm und Fehndschturm», Bowle und Chäs mit Züpfe war es gemütlich und gesellig. Eine Führung durch den Vogelpark stiess auf grosses Interesse, viele Fragen verlangten viele Antworten. Erfreut über die positiven Rückmeldungen von den Kontrollen durch den Wildhüter konnte Hans Baumann auf ein ruhiges, harmonisches und gutes Jahr im Alpenvogelpark zurückblicken. Ein Lob der Revisoren geht an die Kassierin Hedwig Gerber. Sie konnte eine erfreuliche Rechnung präsentieren. Dank den 370 Mitgliederbeiträgen, einer grossen Spende und vielen Gaben ins Futterkässeli ist der Verein auch finanziell gesund. Ein herzlicher Dank geht an den ganzen Vorstand, der gut und kooperativ gearbeitet hat. Im Anschluss an die Hauptversammlung zeigte der Journalist Christoph Mutzner Bilder der Superlative von seiner Reise durch Südamerika. Seine Kommentare dazu bestätigten: er ist auch ein Mann der Worte. |
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Schneeeulen, Bussarde und Raben am Oberen Gletscher
Freiheitsuntaugliche Vögel erhalten im Alpenvogelpark das Gnadenbrot
Der Alpenvogelpark in Grindelwald liegt in einem Stück heiler Natur. Am Oberen Gletscher betreiben Hans und Elsa Baumann in der heimeiligen Ischbodenhütte ein Beizli. Zusätzlich unterhalten sie die verschiedenen Alpenvögel, welche alle krank oder verletzt zu ihnen gekommen sind und nun hier ihr Gnadenbrot empfangen.
Imposant erheben sich die Berge in den stahlblauen Himmel. Die Sonne dringt noch nicht bis zum Oberen Gletscher in Grindelwald, ihre Wärme lässt sich bloss erahnen. Zwei Gämsen tummeln sich auf den letzten Schneefeldern, die Natur scheint an diesem Ort ihre Ursprünglichkeit behalten zu haben. Hans Baumann bereitet Futter vor und spricht leise, beruhigende Worte bevor er in die Volieren steigt. Die Alpenvögel kennen ihn und bekunden seine Anwesenheit mit krächzenden Lauten. Seine Frau erledigt derweil Arbeiten rund um die Ischbodenhütte. «Das da, hier oben, ist unser Glück», weiss Baumann. Der gebürtige Grindelwaldner, ehemals Polier, Abteilung Telefon, stand vor grossen Unsicherheiten, als die Baufirma, bei welcher er angestellt war, schliessen musste. Da kam ihm die renovationsbedürftige Scheuer gerade recht: «Wir übernahmen die Hütte 1982 von meinen Eltern und machten uns mit Elan und Ideen ans Werk». Zwanzig Jahre zuvor hatte der Vater den alten Schuppen abgerissen und die jetzige Hütte gebaut. Das Ehepaar Baumann richtete 1996 ein kleines Bergbeizli ein, das seither von Wanderern und Touristen rege besucht wird. Weil ab Pfingsten wieder geöffnet sein soll, sind die beiden daran, alles vorzubereiten. Zäune müssen repariert, die Hütte geputzt und alles bereit gestellt werden für die ersten Gäste. Das Alpengärtlein liegt noch im Winterschlaf, hat den kommenden Frühling nicht bemerkt. Im Sommer begeistern die raren Pflanzen und Blumen die Besucher.
Auerhahn Oskar liebt Streicheleinheiten
Vier Jahre nach der Eröffnung der Ischbodenhütte fragte der ornithologisch-botanische Verein Alpenvogelpark Grindelwald um Landbenützung an, um einen Alpenvogelpark zu realisieren. Elsa Baumann erinnert sich: «Im Januar 1999 bezogen die ersten Vögel ihr Quartier». Ihr Mann stellte sich gerne für die Pflege und Fütterung zur Verfügung: «Es war nahe liegend, weil wir ja ohnehin gleich nebenan lebten». Helfende Hände wären aber immer willkommen, wie er bemerkt an Arbeit mangelt es nie. Bei seinen Fotostreifzügen in Bergen und Wäldern lernte er durch intensive Beobachtung viel über die Lebensart und Gewohnheiten der Tiere. Trotzdem benötigte er für die Herausforderung zusätzliches Fachwissen, die er über Fachliteratur und Kontakt mit Sachverständigen erhielt. «Wir halten Vögel in Gefangenschaft, welche in der Freiheit nicht bestehen könnten. Verletzte und kranke Tiere gesunden hier und erhalten dann ihr Gnadenbrot», erläutert Baumann und bezeichnet den Park als Altersheim für Vögel. So wie der Turmfalke mit dem gebrochenen Flügel. Ihm entfernte der Tierarzt das kaputte Teil des Flügels: «Er konnte sein Futter nicht mehr jagen, aber er darf leben». Sein Herz gehört den Vögeln. Auerhahn Oskar pickt ihm ungeduldig an die Schuhe, bis Hans Baumann sich zu ihn niederkniet und ihm den Hals krault. In der runden Voliere sitzt ein Rotmilan, der vor vier Jahren mit Vergiftungen eingeliefert wurde. Er hat sich nie ganz erholt und sieht noch heute struppig aus.
Gämskitz im Laufgitter
Eines der seltenen Erlebnisse, wie sie nur die Berge bieten, ist der Gämsbock, der im Sommer ab und zu fast zutraulich vorbeischaut. Baumann erzählt von einem lauen Abend, als er mit Besuch auf der Gartenterrasse sass und auf das Auftauchen des stattlichen Tieres wartete: «Plötzlich merkte ich, dass er, vermutlich schon länger, unweit von uns stand und über den Zaun blickte». Elsa Baumann denkt mit etwas Wehmut an das Gämskitz zurück, das in eine Lawine geraten war. Trotz der Gefahr wagte sich ihr Mann zu dem armen Geschöpflein und holte es aus den Schneemassen heraus. Nachdem sich der Patient, warm eingewickelt in eine Decke, erholte, improvisierten Baumanns einen Stall: «Der Sandkasten der Kinder diente als Boden, rundherum passte genau das Laufgitter». Seppli, wie das Kitz genannt wurde, starb leider eine Woche später auf Grund innerer Hirnblutungen.
Rücksichtslosigkeit kostet Vögeln das Leben
Die Wartung des Alpenvogelparks bedeutet viel Aufwand. Allein die Fütterung nimmt rund eine Stunde Zeit in Anspruch. «Jeder Vogel hat andere Fressgewohnheiten», informiert Baumann. Zweimal pro Woche säubert er die Gehege unter Mithilfe des Vorstands. Im Frühling führt er mit Mitgliedern des Vereins einen Grossputz durch. «Anfangs verwendeten wir für die Einstreu Holzschnitzel», erwähnt er. Doch wegen der ständigen Feuchte begann es bald zu riechen und erwies sich als ungünstig. Ein Besuch im Tierpark Dählhölzli zeigte auf, dass sich für die Vogelhaltung Sand bewährt. Damit macht er nun gute Erfahrungen. Kleinere Verletzungen richtet Baumann selber: «Dies und jenes lernt man im Laufe der Jahre dazu». Für kompliziertere medizinische Belange wird der Tierarzt beigezogen. Obwohl die beherbergten Vögel an Menschen gewöhnt sind, bleiben sie doch immer wilde Tiere. Bei einem Besuch des Parks sollte deshalb auf ruhige Bewegungen geachtet und auf Lärm verzichtet werden. Hans Baumann berichtet kopfschüttelnd von Schneeschuh-Wanderern, die mitsamt den grossen Schuhbekleidungen durch den Park trampelten. Oder ärgert sich über diejenigen Gäste, welche am Gitterzaun rütteln und so die Vögel aufscheuchen. «Auf diese Weise kamen schon mehrere Tiere ums Leben. Vor Schreck fliegen sie direkt ins Gitter und brechen sich das Genick». Fehlverhalten resultiert aus Mangel an Wissen, weiss er, aber wundert sich doch manchmal über das rücksichtslose Benehmen mancher Menschen.
Hinterlistiger Waldkauz
Der Waldkauz blickt nicht eben freundlich mit seinen orangefarbenen Augen. «Während der Balz verwandelt sich der männliche Kauz in einen hinterlistigen Bösewicht», beginnt Baumann und fährt fort: «Von Angesicht zu Angesicht schaut er mich unschuldig an, kehre ich ihm aber den Rücken, stürzt er sich auf meinen Rücken und krallt sich fest». So kommt der Bergler hin und wieder zu Kratzer, die er aber als nichtig abwinkt. Ernsthaft verletzt habe ihn noch kein Greifvogel. Eine spezielle Attraktion sind die Schneeeulen. Sie sind die einzigen nicht einheimischen Vögel und stammen aus dem Basler Zoo, welcher für überzählige Jungtiere Plätze suchte. Letztes Jahr brüteten die Eulen erstmals, was als Zeichen des Wohlfühlens gedeutet werden darf. Nahe stehen Baumann die Mäusebussarde. Luca ist inzwischen so zahm, dass er ihm auf der Schulter sitzt. «Vor langer Zeit flog er mir davon. Nirgends fand ich ihn, er kam auch nicht zurück». Nach einer Woche telefonierte ein Landwirt aus dem Dorf, bei ihm sitze ein Bussard auf dem Stacheldraht und bewege sich nicht weg: «Ich erkannte ihn als Luca und holte ihn ab. Luca brach auf meinem Arm zusammen und ich päppelte ihn wieder auf. Seither ist er sehr zutraulich». Aber nicht bloss Vögel und Gämsen verkehren am Oberen Gletscher bei Baumanns. Während des Winters sieht man im Schnee deutlich eine Fuchsspur, welche von einer Voliere zu nächsten führt: «Reineke bekommt die Abfälle aus dem Beizli, so ist allen geholfen». Wie die Spur verrät, sitzt er oft vor den Gehegen, doch die Vögel sind an ihn gewohnt und geben nicht an.
Patenschaften für Alpenvögel
Finanzielle Unterstützung erhält der Alpenvogelpark durch die Patenschaften. Viele Touristen und Einheimische übernehmen für ein Tier die Patenschaft und leisten so ihren Beitrag an die hohen Futterkosten. «Jede Vogelart frisst anders und stellt verschiedene Ansprüche». Manche Tiere mögen eine Badestelle. Die Raben hätten sogar in erfrischenden minus 17 Grad gebadet. Ein Adler findet sich keiner im Park. Die artgerechte Haltung würde sich schwierig gestalten: «Der grosse Vogel braucht ein Riesengehege, um seine Schwingen richtig bewegen zu können». Ausserdem müsste man ihm Lebendfutter bieten, um gesundheitlichen Problemen, wie ungenügende Abnutzung des Oberschnabels vorzubeugen. Baumann beobachtet den Adler, der für ihn die absolute Freiheit verkörpert, lieber in der Natur. An einem Sommer vor Jahren pflegte Hans Baumann ein Mäusebussard-Weibchen und setzte es nach der Genesung aus, da es noch flug- und jagdfähig war. In regelmässigen Abständen kam es jedoch zurück zum Fressen und brachte eines Tages ein Männchen mit. «Das war ein schönes Gefühl, wenn die beiden am Himmel kreisten, riefen und mich besuchten». Ob sie in diesem Jahr wiederkommen? |
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